Habichtswaldklinik Kassel Bad-Wilhelmshöhe - Klinik für Onkologie Psychosomatik Innere Medizin Tinnitus Ayurveda Klinik für Ganzheitliche Rehabilitation
Druckversion vom 09.02.2009
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Ursachen der Hormonentzugssymptome bei Krebserkrankungen können vielfältiger Natur sein. Es kann sich auch um das zeitgleiche Auftreten dieser Symptome im Rahmen des normalen Lebensprozesses handeln.
Häufiger ist jedoch die durch die Therapie herbeigeführte Symptomatik, sei es im Rahmen der operativen Entfernung der Gonaden (Eierstöcke bzw. Hoden) zur Entfernung der Krebsgeschwulst, sei es im Rahmen der gezielten antihormonellen Therapie, um evtl. noch vorhandene oder sicher nachgewiesene Tumorzellen, die auf Hormone mit einem Wachstumsschub reagieren könnten, zu behandeln.
Eine weitere Möglichkeit für das Auftreten von Hormonentzugssymptomen im Rahmen einer Krebserkrankung ist eine Chemotherapie, die zur Zerstörung der hormonproduzierenden Zellen führen kann. Hierbei ist es von den ausgewählten Chemotherapiemitteln und ihren Dosierungen abhängig, ob es sich um eine vorübergehende oder anhaltende partielle oder komplette Ausfallssymptomatik handelt.
Heutzutage kommt es im Rahmen einer Bestrahlungstherapie selten zu einem Ausfall der Gonaden, da es vielfach gelingt, durch entsprechende Abschirmungen oder Verlagerungen der empfindlichen Organe diese bei der Therapie zu schonen.
Ein Sonderfall ist die gezielt eingesetzte Bestrahlung der Eierstöcke zur definitiven Ausschaltung, wenn eine medikamentöse antihormonelle Therapie nicht gewünscht ist.
Die Folgen des Hormonentzugs sind von PatientIn zu PatientIn unterschiedlich ausgeprägt, bei einigen Betroffenen kommt es zu ausgeprägten Symptomen, bei anderen zeigt sich ein eher milder Verlauf und eine rasche Rückbildung der Symptomatik.
Zu den von den meisten PatientInnen als besonders unangenehm empfundenen Symptomen gehören Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die häufiger bei Frauen als bei Männern auftreten können.
Durch den Ausfall der Hormone kann es außerdem zu psychischen Veränderungen kommen, die sich bis zu einer Depression entwickeln können. Hierbei sind die Abgrenzungen zu der Reaktion auf die bösartige Grunderkrankung nicht immer eindeutig möglich.
Eine weitere Folgeerscheinung des Hormonausfalles sind bei Frauen wie bei Männern Umbauvorgänge im Knochenbereich im Sinne einer Osteoporose. Außerdem berichten relativ viele Patienten über Gelenk- und Muskelschmerzen. Als lokale Folgeerscheinungen kommt es insbesondere bei der Frau zu einer Trockenheit der Schleimhäute im Bereich der Scheide und zu einer Blasenschwäche.
Die Therapie der Hormonentzugssymptomatik muss immer im Hinblick auf die Grunder-krankung und die Ursache der Symptome durchgeführt werden.
Handelt es sich um junge Patienten mit nicht hormonabhängigen Tumoren, bei denen es im Rahmen einer Bestrahlung oder Chemotherapie zu Ausfallssymptomen gekommen ist, so ist ein kompletter Hormonersatz mit Simulation der natürlichen Zyklen indiziert.
Bei Patienten mit hormonabhängigen Tumoren ist diese Möglichkeit ausgeschlossen, im Rahmen einer antihormonellen Therapie wäre sie als sinnlos und kontraproduktiv einzustufen. In dieser Situation können dem Patienten verschiedene alternative Vorgehensweisen angeboten werden. Hierbei gibt es sowohl Möglichkeiten aus der Schulmedizin als auch Ansätze im Rahmen der Ordnungstherapie und Naturheilkunde.
Schlafstörungen
Im Rahmen von Hormonentzugssymptomen kann es zu zum Teil ausgeprägten Schlaf-störungen kommen. Diese sind nur teilweise durch die auch nächtlich auftretenden Hitzewallungen und Schweißausbrüche zu erklären.
Ganzheitsmedizinisch werden Schlafstörungen auf unterschiedlichem Wege behandelt. Hierzu gehören allgemeine Maßnahmen wie Schlafhygiene, regelmäßige Schlafzeiten, relativ frühes Abendessen etc. Außerdem sollten koffeinhaltige Getränke, aber auch größere Mengen Alkohol vor dem Schlafengehen vermieden werden.
Auch das Erlernen eines Entspannungsverfahrens kann in diesem Zusammenhang schlaffördernd wirken. Regelrechte Schlafmittel sollten nur kurzfristig und in Ausnahmefällen eingesetzt werden.
Aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde sind die schlaffördernde Wirkung von Baldrian, Hopfen und Lavendel nachgewiesen. Baldrian und Hopfen können in Tabletten- oder Tropfenform eingenommen werden, wobei beim Kauf der Präparate auf eine ausreichend hohe Dosierung zu achten ist. Lavendel kann auch in Form von Lavendelfußbädern und Lavendelkissen hilfreich sein.
Therapie der depressiven Verstimmung und Depression
Die Therapie einer voll ausgeprägten Depression gehört in die Hand des Facharztes und muss entsprechend medikamentös erfolgen. Bei leicht und mittelgradig ausgeprägten depressiven Verstimmungen ist eine naturheilkundliche Behandlung mit einem Johanniskrautpräparat sinnvoll und in Studien gut belegt. Darüber hinaus gehört hierzu eine ausführliche psychologische bzw. psychoonkologische Begleitung, die bei der Krankheits-verarbeitung unterstützt.
Auch die regelmäßige Ausübung von Sport kann hilfreich sein.
Prophylaxe und Therapie der Osteoporose, Gelenk- und Muskelschmerz
Grundsätzlich kann allen Patienten mit Hormonausfallserscheinungen eine Osteoporose-prophylaxe empfohlen werden. Hierzu gehört eine gesunde Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Kalzium, ggf. auch eine Kalziumsubstitution, der Zielwert liegt bei 1000 bis 1500 mg täglich. Außerdem sollte auf eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr mit der Nahrung geachtet werden und an die zur Aktivierung des Vitamin D notwendige UV-Einstrahlung. Insbesondere in den Wintermonaten ist dies in Europa zum Teil nicht sicher gewährleistet, so dass rechtzeitig über eine Vitamin D-Einnahme gesprochen werden sollte.
Besteht ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose (z. B. entsprechende Familienanamnese, niedrige Knochendichtemessung im Ausgangsbefund), so ist zu diskutieren, ob eine prophylaktische Therapie mit sog. Bisphosphonaten sinnvoll ist. Diese wird leider von der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit nicht übernommen. Es stehen verschiedene Präparate zur Injektion, Infusion, aber auch zur oralen Einnahme zur Verfügung.
Im naturheilkundlichen Bereich gibt es Hinweise darauf, dass Pflanzen, die Phytoöstrogene enthalten, auch knochenstabilisierend wirken können. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der dann üblicherweise empfohlene hohe Verzehr von Sojaprodukten, falls er ersatzweise zu Milchprodukten gesehen wird, zu einer in der Regel verminderten Kalziumaufnahme führt. In diesen Fällen sollte auf mit Kalzium angereicherte Sojapräparate zurückgegriffen werden oder eigenständig substituiert werden. Außerdem sind Phytoöstrogene bei hormonabhängigen Tumorerkrankungen nicht unumstritten (siehe unten).
Ein weiterer wesentlicher Baustein zur Prophylaxe einer Osteoporose ist die regelmäßige Belastung der Knochen in Form eines moderaten Ausdauertrainings, z. B. Walken. Schwimmen ist hierzu weniger geeignet, da durch den Auftrieb im Wasser keine Gewichtsbelastung der Knochen eintritt.
Ist eine Osteoporose eingetreten, so sind Mittel der ersten Wahl die oben bereits beschriebenen Bisphosphonate, auch hier in der Kombination gezielt mit Kalzium und Vitamin D. Weitere Medikamente sind Calcitonin und Fluoride.
Das Auftreten von Knochen- und Gelenkschmerzen im Rahmen einer antihormonellen Therapie wird mit einer noch klinisch und in der Bildgebung nicht nachzuweisenden beginnenden Osteoporose in Verbindung gebracht, dies kann jedoch nicht als eine gesicherte Ursache angenommen werden.
Einige PatientInnen erfahren eine Linderung der Symptomatik bei einem Wechsel der antihormonell wirksamen Substanz.
Unter guter Beobachtung des Patienten/der Patientin und
Kontrolle, ob sich eine Osteoporose entwickelt, kann Behandlungsversuch mit
phytotherapeutischen (pflanzlichen) Schmerzmitteln gemacht werden. Zum Einsatz
können Extrakte aus der Weidenrinde, Brennessel oder Teufelskralle gelangen.
Auch Kombinationspräparate wurden bereits erfolgreich eingesetzt.
Die
ausführliche Information zu diesem Krankheitsbild stellen wir Ihnen hier
gern als PDF-Dokument zur Verfügu
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Therapie der Hormonentzugssymptome bei Frauen und Männern pdf