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Glutathion

Habichtswald-Klinik Kassel

 

Dr. med. Jutta Hübner, Chefärztin Onkologie

Glutathion ist seit Jahrzehnten ein Bestandteil der alternativen Krebstherapie.

 

Was steckt dahinter?

Glutathion stellt eines der stärksten Antioxidantien im Körper dar und ist damit ein wichtiger Bestandteil in der Entgiftung.

In der Behandlung von Krebspatienten wird Glutathion für zwei Ziele eingesetzt. Auf der einen Seite soll es zum verstärkten Absterben von Tumorzellen führen, auf der anderen Seite vor Nebenwirkungen, z. B. einer Chemotherapie oder Strahlentherapie, schützen.

Ob Glutathion Tumorzellen abtöten kann, ist fraglich.

Laborexperimente zeigen, dass Zellen mit einem hohen Gehalt der glutathionabhängigen Enzyme vor einer Chemotherapie sogar geschützt sind.

Insbesondere in sogenannten multiresistenten Zellen, gegen die kaum ein Chemotherapiemittel hilft, sind diese Enzyme besonders stark vorhanden. Umgekehrt sind Tumorzellen denen Glutathion entzogen wird, leichter durch Zytostatika angreifbar.

Glutathion bindet sich außerdem direkt an bestimmte Chemotherapiemittel wie z. B. Cisplatin und Carboplatin und verhindert dadurch ihre schädigende Wirkung auf die Tumorzelle.

Diese Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass Glutathion in der Behandlung von Tumoren nicht günstig ist.

Was wissen wir aus Untersuchungen bei Patienten?

In mehreren kleinen Untersuchungen bei Patienten konnte gezeigt werden, dass eine cisplatinhaltige Chemotherapie unter gleichzeitiger Gabe von Glutathion zu wesentlich weniger Nebenwirkungen führt. Die Ansprechrate der Tumoren wird nur in einigen dieser Untersuchungen beschrieben und scheint nicht schlechter zu sein als in der Kontrollgruppe ohne Glutathiongabe.

Auch bei der Strahlentherapie entstehen Radikale, die durch Glutathion entgiftet werden können. Verschiedene Arbeitsgruppen beschreiben bei ihren Patienten eine Verminderung der Nebenwirkungen einer Strahlentherapie. Untersuchungen zur Beeinflussung der Wirksamkeit der Chemotherapie wurden bisher nicht veröffentlicht.

Vitamin C und Glutathion

Einigen Patienten wird heute eine hoch dosierte Vitamin C-Therapie in Kombination mit einer Glutathioninfusion angeboten. Hoch dosiertes Vitamin C wirkt allerdings nicht mehr wie physiologisch dosiertes Vitamin C als Antioxidans, sondern stellt eine starke Säure dar. Ob die Kombination mit dem Antioxidans Glutathion sinnvoll ist, muss in Frage gestellt werden.

Welche Empfehlung kann heute Patienten gegeben werden, die sich nach einer Glutathiontherapie erkundigen?

Die alleinige Glutathiontherapie ist nicht in der Lage, Tumorzellen abzutöten, vielmehr scheint Glutathion ein Überlebensfaktor für Tumorzellen zu sein.

Glutathion ist ein starkes Antioxidans und kann zwar die Nebenwirkungen einer Chemotherapie vermindern, möglicherweise treten jedoch auch Wirkungsabschwächungen bei der Tumorzelle ein. Aus diesem Grund ist die Kombination nicht sinnvoll.

Bevor nicht eindeutige wissenschaftliche Ergebnisse zur Glutathiontherapie vorliegen, empfehlen wir diese Therapie nicht. Es gibt andere Möglichkeiten aus dem Bereich der komplementären Medizin, mit denen Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie abgeschwächt werden können ohne die Gefahr eines Wirkungsverlustes auf die Tumorzellen einzugehen, hierzu gehören z. B. eine Selen- oder Enzymtherapie.

Für eine individuelle ausführliche Beratung können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen und einen Termin in der Ambulant vereinbaren.

 

Stand 26.08.08

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Aktualisiert am 09.02.2009 - Erstellt mit Zeta Producer Desktop CMS