Dr. Volker Schmiedel,
Chefarzt der Inneren Abteilung der Habichtswald-Klinik, Kassel
Rheuma ist eine nach konventionellem Verständnis unheilbare
Erkrankung. Medikamente wie Diclofenac (z.B. Voltaren(r)) oder Kortison
unterdrücken die Symptome Schmerz und Entzündung. Dies kann auch manchmal
notwendig sein, führt aber nicht zur Heilung.
Mit naturheilkundlichen Verfahren kann die Entzündungsaktivität
verlangsamt oder sogar zum Stillstand gebracht werden. Die wichtigsten Verfahren
sind:
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Ernährung: Nicht jedes entzündliche Rheuma spricht
hierauf an. Versuchsweise sollten aber für mehrere Wochen bis Monate sämtliche
tierischen Fette und Eiweiße weggelassen werden. Oft sind deutliche
Besserungen die Folge,
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Heilfasten: Auch hier wurde oftmals bereits nach
wenigen Tagen eine deutliche Verringerung von Schmerz und Entzündung
beobachtet. Der Rheumatiker sollte allerdings wegen der Möglichkeit von
Fastenkrisen stets unter klinischer Aufsicht fasten.
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Physikalische Therapie: Im akut-entzündlichen Stadium
sind Kaltanwendungen wie Waschungen, kalte Güsse, Prießnitz-Umschläge oder
Eiskompressen sinnvoll. Aktive Bewegungstherapie ist kontraindiziert. Im
chronischen Stadium werden hingegen meist Wärmeanwendungen wie Fango,
Heusäcke, warme Sand- und Kieselbäder (Finger, Hände!) oder Vollbäder als
angenehm empfunden. Gelenkübungen unter krankengymnastischer Anleitung können
Versteifungen vorbeugen.
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Pflanzenheilkunde: Viele Heilpflanzen können bei Rheuma
sinnvoll eingesetzt werden. Beispielhaft seien hier nur die Weidenrinde, die
ähnlich wie Aspirin(r) schmerz- und entzündungshemmend wirkt, sowie der
Weihrauch genannt, der in hoher Dosierung die Entzüngsungsaktivität nicht
selten entscheidend mindern kann.
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Nahrungsergänzungen: Antioxidative Nährstoffe wie
Vitamin E, C, Selen, Zink machen die bei chronischen Entzündungen
entstehenden, gewebeschädigenden Freien Radikale unschädlich.
Omega-3-Fettsäuren verdrängen entzündungsfördernde Fettsäuren. Enzyme können
zirkulierende Immunkomplexe abbauen.
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Homöopathie: Bei passender Symptomatik kann das richtig
gewählte Homöopathikum (z.B. Rhus toxicodendron, Ledum, Bryonia, Causticum)
eine deutliche Verbesserung erzielen.
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Akupunktur: Unterstützend zu anderen Verfahren vermag
diese schmerzlindernd zu wirken.
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Ausleitende Verfahren: Im entzündungsarmen Intervall
können Schröpfen, Cantharidenpflaster oder Baunscheidtierungen am betroffenen
Gelenk hilfreich sein.
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Psychotherapie: Gerade der psychisch meist unauffällige
Rheumatiker kann durch sein nach außen aggressionsarmes Verhalten zur
Entwicklung einer Auto-Aggression, dem Angriff auf körpereigenes Gewebe, mit
beitragen. Der Umgang mit sich selbst und mit der Umwelt sollte hinterfragt
werden.
Eine komplexe Erkrankung wie die rheumatoide Arthritis sollte
immer auch komplex und ganzheitlich behandelt werden. In der Inneren Abteilung
der Habichtswald-Klinik werden aus einer Vielzahl von Naturheilverfahren
diejenigen ausgewählt, die individuell bei einem Patienten zum Zeitpunkt der
Aufnahme passend sind. Gelenkdeformitäten können hierdurch zwar nicht wieder
rückgängig gemacht werden, aber auf natürlichem Wege kann mit nebenwirkungsarmen
Mitteln oft eine erstaunliche Besserung erzielt werden. Dies beweist auch
folgender Fall:
Eine 48jährige Patientin, die seit dem 18. Lebensjahr an
Schuppenflechte und seit dem 24. Jahr an Arthritis leidet, kommt zur stationären
Aufnahme. Die Vormedikation von 6 Tabletten Weihrauch (400 mg) wird auf 9
erhöht. Zusätzlich erhält sie ein Weidenrindenpräparat, hochdosiert Vitamin E
und Selen, außerdem Krankengymnastik, Dauerdusche, Fußreflex- und
Bindegewebsmassage, Bewegungsbäder, Kieselbecken für die Hände und Akupunktur.
Nach 5 Wochen gibt die Patientin eine deutliche Schmerzlinderung und bessere
Beweglichkeit an. Die schmerzfreie Gehstrecke habe sich deutlich verlängert.
Dass nicht nur Verbesserungen im subjektiven Bereich erzielt wurden, sondern der
Erfolg auch objektiv bestätigt werden kann, beweist der Rückgang der Blutsenkung
von 45 (mäßig hohe Entzündungsaktivität) auf 15 mm (fast keine Entzündung mehr,
10 mm sind normal).