Seit Beginn der Aufklärung, also seit ca. 400 Jahren, wird das abendländische
Denken von einem dualistischen Modell der Leib-Seele-Trennung bestimmt. Diese
komplette Trennung zwischen Körper, Seele und Geist war ein nützliches
Denkmodell, auf dessen Basis ungeheure Fortschritte im Bereich von Wissenschaft,
Technik und Medizin möglich geworden sind. Dass auch dieses Denkmodell, wie
andere vorher, an Grenzen gestoßen ist, sehen wir heute in vielen Bereichen, wo
wir für Fortschritte einen hohen Preis bezahlen. Im Bereich der Medizin z. B.
den, dass sie von PatientInnen, ÄrztInnen und PflegerInnen als kalt und
technisch erlebt wird.
Die moderne Medizin hat sich zu einer guten technischen Werkstatt entwickelt,
in der es neben der Heilung des Individuums jedoch immer mehr um Fragen der
Wirtschaftlichkeit geht. Neueste Forschungsergebnisse in der Physik wie auch in
der neurobiologischen Forschung zeigen nun aber, dass wir Körper, Seele und
Geist als sich gegenseitig beeinflussende und durchdringende Ebenen eines Ganzen
verstehen müssen.
So ist die Zeit für eine neue, besser passende Sichtweise gekommen. Diese
Sichtweise integriert die Vorteile der modernen Medizin ebenso wie den Blick auf
den Menschen als Ganzes in seiner Lebenswelt. Sie versteht den Menschen als
Einheit von Körper, Seele und Geist, immer nach Harmonie und guter Balance
strebend und immer wieder in seiner Harmonie gestört durch innere und äußere
Einflüsse, die das Leben mit sich bringt.
Der kulturgeschichtliche Wechsel zu einem neuen Denkmodell, das die Welt
umfassender erklärt, und die Rückbesinnung auf alte Traditionen ist ein langer
Prozess. Wir haben ihn mit der Gründung unseres Hauses 1986 aufgegriffen und
arbeiten seitdem erfolgreich auf seiner Basis.
Alle Abteilungen der Habichtswald-Klinik gehen von der ganzheitlichen
Sichtweise des Menschen in seiner Welt aus und setzen dann ihre eigenen
fachlichen Schwerpunkte.