– errichtet nach dem Vorbild und
den Repräsentationen des französischen Sonnenkönigs und italienischer
Renaissancegärten –
Werner Wilhelm Wicker
Mit den Augen des Patienten und Gastes gesehen
Lage der Klinik
Wenn Sie uns zum ersten Mal aufsuchen, ist die
erste Überraschung für Sie, die Lage unserer Klinik, direkt am Fuße eines der
größten Bergparks Europas in Kassel-Bad Wilhelmshöhe. In nur 3-4 Gehminuten
befinden Sie sich an einem wunderbaren See, dem Lac, der zu einem Spaziergang um
den See herum einlädt. Sie erleben dabei sehr eindrucksvolle Perspektiven, immer
wieder neue Eindrücke, Blumeninseln, eine Traum- und Wasserlandschaft, exotische
Bäume und Baumlandschaften, welche zum Teil die Frage aufwerfen, ob Sie sich in
einer Traumlandschaft, einer Seelenlandschaft oder in der Wirklichkeit befinden.
Schloss Wilhelmshöhe, die Löwenburg, der etwas höhere gelegene Schlosspark und
andere Kulturgüter bieten eine weitere Bereicherung dieser Spaziergänge. Der
Bruder Napoleons, Jerome, der einige Jahre im nahegelegenen Schloss Wilhelmshöhe
wohnte, hatte exotische Bäume aus aller Welt in diesem wunderschönen Park
anpflanzen lassen, der allein über ein Baumbuch von über 500 Bäumen verfügt.
Dass alle deutschen Kaiser im Schloss Wilhelmshöhe residiert haben,
unterstreicht diese Eindrücke.
Das nahegelegene Kulturdenkmal Herkules (Wahrzeichen der Stadt Kassel) und
die – damit verbundenen – in der Welt (in dieser Art) wohl einmaligen –
Wasserspiele, kommen als besondere Attraktion hinzu.
Dies alles ist entstanden, nachdem sich Landgraf Karl im Jahre 1700 auf
seiner Italienreise – vom Besuch der berühmten Terrassengärten in Rom inspiriert
– entschloss, eine Anlage nach dem Muster italienischer Renaissancegärten
in Kassel-Bad Wilhelmshöhe bauen zu lassen. Vorbild des Grafen waren dabei auch
die baulichen Repräsentationen des französischen Sonnenkönigs. So entstanden
Oktogon, Kaskaden und Vexierwasserspiele. Mit dem Bau dieser gewaltigen Anlage,
die auf dem 525 m hohen Karlsberg (nach Landgraf Karl benannt) entstand, wurde
im Jahre 1701 begonnen. Somit entstand ein gewaltiger Impuls südlichen
Hochbarocks. Die Anlage des Karlsberges in Bad Wilhelmshöhe, die mit Oktogon und
Kaskade, Schneise und Allee tief in die Landschaft eingreift, das ganze Kasseler
Becken dominiert und ordnet, ist nicht nur die gigantischste Schöpfung des
italienischen Barocks nördlich der Alpen, sondern auch einzigartiger Ausdruck
barocken Lebensgefühls im Triumph und im Einklang mit der Natur.
Nur selten bilden Kunst und Natur eine so vollkommene Harmonie wie im Park
Wilhelmshöhe. „Hier wurde dieses traumhafte Schweben zwischen Regel und Gesetz,
die Gleichzeitigkeit von Mathematik und Wachstum, Architektur und
Landschaftsgefühl“ (Wilhelm Pinder) erreicht, die jahrhundertlang Ziel der
europäischen Kunst waren. So erklärt sich der Ruhm der Anlage seit dem 18.
Jahrhundert als eine der großen Schöpfungen der europäischen Kultur.
Bereits 1759 bezeichnete der englische Schriftsteller, Sacheverell Stevens,
das Herkulesbauwerk hoch über der Parkschneise, „als eine der prächtigsten
Anlagen in ganz Europa“, selbst diejenigen zu Versailles, Fascat, Tivoli nicht
ausgenommen. Georg Dehio, fasste die Begeisterung von zwei Jahrhunderten in
folgendem Urteil zusammen: „Das Grandioseste, was irgendwo der Barock in
Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat.“